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Sonntag, 14. Juli 2013

... ein etwas verlorenen Tag in Canada

Viel Grün ... "JORDAN VALLEY CAMPGROUND" Schattenplatz mit AussenBüro-Küchenkombi
von Vermont gibt es zwei Wege zu den Niagara Fällen.
(engl. übrigens: "neiägarra" hört sich an wie sächsisch - grauenhaft)

Entweder südlich am Lake Ontario durch die USA oder nördlich des Seesn durch Canada.
Obwohl Nora mich gewarnt hatte, es sein vom Lake so nix zu sehen, entschied ich mich für die nördl. Route. Ich dachte - wann komm ich schon mal nach Canada.

Grosser Fehler ... die Canadier fahren wie die Henker, fast so schlimm wie die Deutschen und das Verhör an der Grenze, stand dem bei der Einreise in die USA um nix nach. Der Grenzer war wohl franz. Muttersprachlich und sein engl. so beschissen in der Aussprache, dass ich fast Krach mit ihm bekam.

"werrr do you liiiiäväe?
Ehrewort ich verstand, wo ich gedenke Canada wieder zu verlassen, sagte also Niagara Falls.
Er bellte los: "weäärrr ooooo yo liiiiiiivääääe?????" Mein "dont understand" schien ihn fast umzubringen. 
Endlich schien in seinem Kleinhirn was zu rattern. "weäääre is your homeä"
Na ... und so weiter ... die Krönung: "you awanna work?" Ich verstand ob ich Arbeit suche in Canada und da ich ihm 3 Min. vorher gesagt hatte, ich bliebe nur 2 Tage, kam mir das doch alles sehr seltsam vor ... antwortete jedoch mit "nein"
Sogar durch die Sonnenbrille sah ich wie seine Augen sich weiteten: " Juuu no jop"
"Jess I hawa jop - in Schwiiitzerland" affte ich ihn nach ... er merkte nix und wünschte mir: 
"guttt Dschörni"
Die Franzosen in Canada sind genauso wie man sich eben Franzosen so vorstellt, nur noch ein wenig ... na lassen wir das.

Dann 300 Km (ja Km, die Canadier haben das metrische System) Autobahn und 40 Km davon im Stau auf einer 16-spurigen durch Toronto.

Egal was meine Karten mir sagten und scheiss auf das GPS!
Ich bin einfach in der Stadt runter von der Autobahn und sieheda, ich war am See in einem Badeparadies gelandet, total überlaufen.
Kein Parkplatz, kein Liegeplatz und 2 Millionen schreiende Kinder.
Hopp is Foftain in die Berge gefahren (Hügel!!) und hat einen schicken kleinen Campingplatz mit WIFI gefunden und ist lustig am plappern und am tippen über den ... etwas verlorenen Tag in Canada.

Aber nun gabs Bohnen aus der Dose, vegi und süss und das allabentliche Forsters dazu und dann eine Dusche - denn es ist inzwischen 19:00h und immer noch gut 28°C und die Sonne scheint.
Alles klebt am Körper ... aber nun kam eben zuerst der Artikel.

Das war das schöne an diesem Tag ... endlich gutes Wetter und es scheint so zu bleiben.

Ich freue mich auf die Nacht im Zelt und sende liebe Grüsse
Foftain



Montag, 8. Juli 2013

FÜR EINE HAND VOLL DOLLARS


Eigentlich kannte ich SIE vom Sehen. Ich fand sie nie besonders hübsch, eher interessant.
Heute sind wir uns dann zum ersten Mal begegnet.
Ein komisches Gefühl, ich wusste nicht so recht wie mit ihr umgehen.
Sie hatte immer etwas glamoröses für mich gehabt, irgendwie eine starke, eigene Persönlichkeit, der ein Mann nicht so ohne weiteres entgegentritt.
Sie ist - von Natur aus eher wortkarg und konnte oder ich vermute fast, wollte mir auch nicht helfen.


Ich bin dann einfach gegangen - und kam mir wie ein Idiot vor.
Irgendjemanden musste ich um Rat fragen, ich brauchte definitv Hilfe!

In der Reception des Campingplatzes war grad die Hölle los als ich dort ankam. Die Frau hinterm Tresen hatte absolut keine Zeit sich meine Problemchen anzuhören. So stand ich dort ein Weilchen mit den Händen in den Taschen herum.

Als sie sich mir endlich widmen konnte, hatte ich kam begonnen zu erzählen, um was es mir ging, die grundlegensten Hindernisse waren erst knapp umrissen, da klingelte das Telefon.
Die Receptionista liess mich stehen, mit einem kalten Lächeln hatte ich den Eindruck.
 Meine Laune sank auf den absoluten NullPunkt.

Ein älteres Ehepaar, hatte alles mitansehen müssen, da es kurz nach mir in die Reception gekommen war. Ich tat ihnen offenbar leid, denn sie wiesen die Frau hinter dem Tresen auf mich hin, sie solle mich doch zuerst bedienen.
Schnippisch - so schien mir, unterbrach die Frau das Ehepaar: "He can wait, he only wants to know how the washingmaschine works."

Nach weiteren jämmerlichen 10 Minuten ... endlich war ich dran und die TresenFrau hub an mir lang und breit zu erklären wie man denn nun eine Waschmaschine bedient.

DIESMAL aber reagierte ich hart und sauber! ... ich wisse schon wie man sie bediene, nur wie man zahlt und wieviel, das stehe nirgendwo angeschrieben.

DAMIT hatte ich sie! Die Luft war raus! ... sie wusste sie hatte verloren!
Ein Mann der weiss wie eine amerikanischen Waschmaschine funktioniert ... DEM hatte nichts mehr entgegenzusetzen.

Kleinlaut sagte sie: "You `ll need Quarters!"
Cool wie Humphy antwortete ich: "Yeah, Mam! ... gimme some!"
Für eine 10-DollarNote gab sie mir gleich eine ganze Rolle.

DAMIT machte ich mich wieder auf den Weg zu IHR!
Wie John Wayne, mit wiegendem Schritt und klirrenden Sporen, der Blick kalt, hart und entschlossen, im Mundwinkel ein siegessichers Grinsen.

SO konnte ich IHR natürlich ganz anders begegnen!! Ich zeigte ihr die Rolle Quarters und sagte:
"So Baby! ... da bin ich wieder und jetzt wäscht Du mir meine Wäsche."


Was soll ich sagen!??
Yeeehaaaa ... ich kann Wäsche waschen!!

... woher ich SIE kannte?

Schau mal "Malcom in the Middle" ... Louise hat ständig Ärger mit der alten Zicke!
Yeeehaaa ... und ich bin härter als Louise!





 Was für ein Tag in Maine!!
 

Sonntag, 7. Juli 2013

STATE OF MAINE

Nun bin ich in Maine richtig angekommen. 

ANKOMMEN ist auch immer wieder das Thema.
Ankommen bedeutet auch: sich im Eigenen zu finden und zu befinden.
So ist das Ankommen in der Fremde ein pemanenter Prozess.
Momente des Erfolgs liegen sehr dicht an denen der Verrzweifelung.

TANKEN, ist so ein Beispiel.
Bis zu dem Moment, an dem ich den Zapfhahn in das Füllrohr steckte, war alles wie immer und ich dachte an nix böses. Nun ist es jedoch nicht möglich einfach zu tanken, NEIN!
Zuerst musst an der Säule den Treibstoff aussuchen - ALLE über einen Zapfhahn.
Dann weiss man am besten schon ob man bar oder mit Karte zahlt.
Wenn man bar zahlt muss man vorher zahlen und bekommt den Rest zurück.
Wenn mit Karte, dann muss an eine korrekte Reihenfolge von Handgriffen beherrschen, damit dann endlich der Fusel in die Karre läuft.
Ich kam mir echt behindert vor. Zum Glück sind die Tankwarte meist einfach nett, kommen mit raus und zeigen dem blöden Europäer wie man sowas richtig macht.
JEEHAA ... ICH KANN JETZT GANZ ALLEIN TANKEN !!

MAINE ist wirklich schön, ein wenig erinnert es mich an Schweden, die kleinen Holzhäuser und hier  liegt das Meer wie zwischen den Schären vor Stockholm.

HUMMMER ... nie wieder!! Stell Dir vor, Du isst eine Riesenspinne, die Du vorher auch noch töten musst. Ich bin nicht mal zu zweitem in der Lage ...
O.K. ... bleiben wir sachlich:
Beim Töten bin ich weggegangen, die SERVAS-Host-Wirtin konnte das auch ohne mich.
Zuerst sieht alles noch ganz prima aus. Der leuchtendrote Panzer und alles so ordentlich. Das ändert sich aber schlagartig wenn man dass Vieh auseinander baut. Eine unglaubliche Orgie aus berstendem Chitin, ablaufendem oder spritzendem Wasser, heraussgezogenen Fleischstücken in einem damenunterwäsche Rosa.
Das Fleisch ist süss, erinnerte mich entfernt an Banane. Allerdings: Banane mit Fischgeschmack.
Endgültig den Rest gab mir, als ich den Rumpf vom Kopf trennte und eine graue, griesige Brühe über meinen Teller lief - ich vermute stark, es ist das was mal das Gehirn vom Tier war. Der lakolische Kommentar der Wirtin. "dont eat that!" ... Keine Sorge, hatte ich nicht vor!!...
Kurz und gut, lass die Biester am Meeresboden leben, ich besuche sie dann beim Scuba.

SERVAS-Host ... o.k. ... es muss einfach raus: die Wirtin war ... speziell!! ... das verstehen nun wohl nur die Schweizer richtig ... Die hochdeutsche Version lasse ich weg! Ehrewort!!
... nähere Infos auf  Nachfrage per Mail!


SCHNELL EIN ANDERES THEMA ... was ganz toll ist an Amerika, sind die grossen Dosen Bier. Ich hab mal eine geknipst und zum Grössenvergleich ein USB.Stecker draufgelegt. Salute!!




















CAMPING heute wage ich meinen 2. Versuch. Ein riesiger Platz an einem Meeresarm, der irgendwie nach Süsswassersee aussieht. Irgendwo im Nirgendwo zwischen Bath und Rockland, meinem eigentlichen Ziel. Ein wunderschöner Platz und SAUBER ... nach alle dem Dreck und der Asche und dem Hummer werde ich hier ein paar Tage meine Wunden lecken und ein paar von den grossen Bierchen trinken.

WiFi .. keine Ahnung wie ... aber ich hab hier mitten im Wald Net-connection ... echt nett.

Live out of the forrest of the realy beautiful State of Maine
Foftain

Ein paar Fotos findet ihr, wie meistens, oben in der Menüleiste unter "PHOTO"