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Montag, 8. Juli 2013

FÜR EINE HAND VOLL DOLLARS


Eigentlich kannte ich SIE vom Sehen. Ich fand sie nie besonders hübsch, eher interessant.
Heute sind wir uns dann zum ersten Mal begegnet.
Ein komisches Gefühl, ich wusste nicht so recht wie mit ihr umgehen.
Sie hatte immer etwas glamoröses für mich gehabt, irgendwie eine starke, eigene Persönlichkeit, der ein Mann nicht so ohne weiteres entgegentritt.
Sie ist - von Natur aus eher wortkarg und konnte oder ich vermute fast, wollte mir auch nicht helfen.


Ich bin dann einfach gegangen - und kam mir wie ein Idiot vor.
Irgendjemanden musste ich um Rat fragen, ich brauchte definitv Hilfe!

In der Reception des Campingplatzes war grad die Hölle los als ich dort ankam. Die Frau hinterm Tresen hatte absolut keine Zeit sich meine Problemchen anzuhören. So stand ich dort ein Weilchen mit den Händen in den Taschen herum.

Als sie sich mir endlich widmen konnte, hatte ich kam begonnen zu erzählen, um was es mir ging, die grundlegensten Hindernisse waren erst knapp umrissen, da klingelte das Telefon.
Die Receptionista liess mich stehen, mit einem kalten Lächeln hatte ich den Eindruck.
 Meine Laune sank auf den absoluten NullPunkt.

Ein älteres Ehepaar, hatte alles mitansehen müssen, da es kurz nach mir in die Reception gekommen war. Ich tat ihnen offenbar leid, denn sie wiesen die Frau hinter dem Tresen auf mich hin, sie solle mich doch zuerst bedienen.
Schnippisch - so schien mir, unterbrach die Frau das Ehepaar: "He can wait, he only wants to know how the washingmaschine works."

Nach weiteren jämmerlichen 10 Minuten ... endlich war ich dran und die TresenFrau hub an mir lang und breit zu erklären wie man denn nun eine Waschmaschine bedient.

DIESMAL aber reagierte ich hart und sauber! ... ich wisse schon wie man sie bediene, nur wie man zahlt und wieviel, das stehe nirgendwo angeschrieben.

DAMIT hatte ich sie! Die Luft war raus! ... sie wusste sie hatte verloren!
Ein Mann der weiss wie eine amerikanischen Waschmaschine funktioniert ... DEM hatte nichts mehr entgegenzusetzen.

Kleinlaut sagte sie: "You `ll need Quarters!"
Cool wie Humphy antwortete ich: "Yeah, Mam! ... gimme some!"
Für eine 10-DollarNote gab sie mir gleich eine ganze Rolle.

DAMIT machte ich mich wieder auf den Weg zu IHR!
Wie John Wayne, mit wiegendem Schritt und klirrenden Sporen, der Blick kalt, hart und entschlossen, im Mundwinkel ein siegessichers Grinsen.

SO konnte ich IHR natürlich ganz anders begegnen!! Ich zeigte ihr die Rolle Quarters und sagte:
"So Baby! ... da bin ich wieder und jetzt wäscht Du mir meine Wäsche."


Was soll ich sagen!??
Yeeehaaaa ... ich kann Wäsche waschen!!

... woher ich SIE kannte?

Schau mal "Malcom in the Middle" ... Louise hat ständig Ärger mit der alten Zicke!
Yeeehaaa ... und ich bin härter als Louise!





 Was für ein Tag in Maine!!
 

Samstag, 6. Juli 2013

ALLEIN UNTERWEGS

Travellers Kitchen

Bloggers Office
SUPPORT
Allein zu reisen macht nicht einsam.
Ich habe Gesellschaft wenn ich mag und eben keine wenn ich lieber allein bin.
Es gibt diese Sorte Amis, die quatschen einfach jeden an.
Ich stehe grad auf dem Parkplatz vom "Welcome Center Maine" an der Interstate ... es ist heiss und der Parkplatz ist voll.
Ein Mann geht einfach so an mir vorbei, grinst mich an und sagt: "busy here today" ... er geht weiter ohne sich auf mich zu fixieren ... Lust auf ein Schwätzchen ... oder nicht?  ... demfall habe ich nicht, dann ich bin ja am schreiben.

... oder gestern im Hotel an der Reception, George.
Fragt mich wo ich her komme, wo ich hin will ... erzählt ein wenig von sich.
Als die Portiere endlich auftaucht übernimmt er das reden - eben mein Englisch ist eher so lala.
Er stellt mich als "my new friend" vor, sagt dass ich nicht gebucht hätte und ein Zimmer bräuchte. Erst dannach sagt er, er habe auch ein Zimmer gebucht.

Supported gehts dann hopphopp. Trotzdem wird George nicht anhänglich. Noch ein kleiner Schwatz am Pool, bevor ich mich auf meinen Ausflug mache.
George bleibt am Pool, hat sich bei der runden PoolQueen wohl eine Chance ausgerechnet, denn er grinst mich kurz an, neigt den Kopf in ihre Richtung und kneift ein Auge zu. Ich grinse zurück "good luck!"

Als ich 3 Stunden später wieder zurück komme, liegt er im Sonnenstuhl neben ihr und baggert was das Zeug hält. Er winkt kurz ... das war dann auch schon unser Abschied.

SUPPORT MYSELF
Aus "Per Anhalter durch die Galaxis" wissen wir alle, es gibt nur eins, dass der Reisende immer bei sich haben muss: Sein Handtuch.

So bin ich - so wie ich dann eben so bin mit Absicht OHNE gestartet. Einerseits um Gewicht zu sparen, aber hauptsächlich in den Wissen, dass es in USA auch Handtücher gibt ... sie heissen hier nur andes: Towel.
Bei 91°F (35°C) könnte man eigentlich den ganzen Tag duschen, weil das Abtrocknen nachher so anstrengend ist, dass man grad wieder schwitzt.

Na, egal. Jedenfalls kam heute am Morgen der Gedanke ein Handtuch mitlaufen zu lassen (hochdeutsch: klauen) ... Aber eben was ist son blödes Ding schon gegen ein gutes Gespräch? ... eben nix!!

Ich also zur Portiere. Als sie mich sieht ruft sie freundlich "high!!" als ich lache, fragt sie warum. Ich erkläre ich, dass Leute in unserem Alter (ich bin ganz nett, sie ist sicher 15-20 Jahre älter als ich) in der Schweiz nicht "high!" rufen sondern - in der Regel - "guten Morgen"  und sie lacht und sagt "boring", was demfall - in dem Tonfall sowas wie "das ist ja langweilig" bedeutet.

"I need a towel! Will you sell me one of yours? ... a large one?" frage ich sie.
"I need 5 Dollar! Will you give me?" antwortet sie.
Damit sind wir handelseinig.

Nach dem Geschäft fragt sie was ich tue und ist hingerissen von meinen Plänen und warnt mich, nach Bosten zu fahren, wegen des Verkehrs.
Ein Badetuch und ein GutenMorgenGespräch für 5$

Allein reisen ist prima - ich kann hier auf ddem Parkplatz, in der Affenhitze bloggen und niemand quengelt (CH = stürmt) dass wir weiterfahren sollen und es so heiss ist und dass das Trinkwasser warm geworden ist oder, dass es jetzt dringend dieses oder jenes bräuchte.

Der einzige der quengelt, bin ich.
Ich muss nun mal aufhören ... das Trinkwasser ist warm und ich brauch `n Kafi!